Seit 25 Jahren Tafeln in Deutschland

In Deutschland gibt es inzwischen ungefähr 940 Tafeln, die spendenfinanzierte Lebensmittel an Bedürftige ausgeben. Die Ausgabe der Lebensmittel ruht auf den Schultern von insgesamt 60.000 ehrenamtlicher Helfer. Leider fehlt ihnen oft kommunale und staatliche Unterstützung, so dass sie meistens am Limit arbeiten. Wie das Greenpeace Magazin vom 18. Juni 2018 berichtet, eröffnete Sabine Werth die erste Tafel vor 25 Jahren in Berlin. Monatlich erhalten dort ca. 125.000 Menschen ungefähr 660 Tonnen Lebensmittel. In ganz Deutschland kommen wöchentlich 1.500.000 Bedürftige zu den Tafeln, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Kein Wunder, denn der Hartz IV-Satz sieht einen täglichen Kostenbetrag von € 4,77 für Essen und Trinken bei einem Erwachsenen vor. Daher bleiben Tafeln lebenswichtig.

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Darüberhinaus bieten Suppenküchen und Bahnhofsmissionen Obdachlosen und Hartz IV-Empfängern warmes Essen und sozialen Anschluss. Viele der Betroffenen nutzen täglich die Chance, dort zu essen und sich an kalten Tagen aufzuwärmen. In diesen Einrichtungen fühlen sie sich ernst genommen und finden Gleichgesinnte. Rolf Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband erklärt dazu, dass für die  Existenzsicherung nicht die Zivilgesellschaft, also zum Beispiel Tafeln und ihre Helfer, verantwortlich seien, sondern der Sozialstaat diese Aufgabe wahrnehmen müsse. Die Situation in Deutschland zeigt deutlich, dass offenbar unser Sozialstaat seine Pflichten nicht schultern kann oder will. Sieht er vielleicht seit 25 Jahren einfach auf Kosten der Bedürftigen weg?

© Paul Bock

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