Häufige Kinderarmut bei Alleinerziehenden

Nur wenn Eltern ihren Kindern dauerhaft finanzielle Sicherheit bieten können, wachsen die Sprößlinge gesund und sorglos auf. Leider ist das in zahlreichen Fällen gar nicht möglich, weil Eltern oft jeden Euro zweimal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben. Auch das Kindergeld fängt nur einen Teil der monatlichen Kosten auf, die sie für Kita, Schule,  Ausbildung und Studium entrichten müssen.

Das Deutsche Kinderhilfswerk veröffentlichte zur Kinderarmut den Kinderreport 2018 . Die alljährlich erscheinende, repräsentative Umfrage zeigt klar: 75% der Bevölkerung wünscht sich effektivere Maßnahmen gegen die Kinderarmut. Fast 66% der Bürger erklären sich bereit, dafür mehr Steuern zu zahlen. Wie das Deutsche Kinderhilfswerk auf seiner Website schreibt, sollten dazu politische Rahmenbedingungen neu ausgerichtet werden.

Letzte Groschen_R_K_B_by_uschi dreiucker_pixelio.de
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Aus Sicht betroffener Bürger mit geringem Einkommen wäre ein ganzes Bündel konkreter Maßnahmen nötig, um ihre finanzielle Last zu mindern:

  • Lehrmittelfreiheit
  • kostenfreie Ganztagsbetreuungen
  • Wegfall der Kita-Gebühren
  • kostenloses Essen in Schulen und Kitas
  • kostenfreie Bildungs-, Kultur- und Sportbeteiligungen

Thomas Krüger, der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, fasst auf der Website die Ergebnisse des Kinderreports 2018 zusammen:

„Der Kinderreport 2018 des Deutschen Kinderhilfswerkes zeigt klar und deutlich, dass die Menschen in Deutschland Staat und Gesellschaft in der Pflicht sehen, entschiedener als bisher die Kinderarmut in unserem Land zu bekämpfen. Hier braucht es ein Gesamtkonzept, das mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet ist und umfangreiche Reformen bündelt. Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik sind ebenso zu berücksichtigen, wie Familien- und Bildungspolitik, Gesundheits- und Sozialpolitik sowie Stadtentwicklungs- und Wohnungsbaupolitik.“

Die Bertelsmann Stiftung hat das Thema Kinderarmut in Deutschland genau beleuchtet und eine aktuelle, aussagekräftige Studie beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Auftrag gegeben. Das erschreckende Ergebnis lautet:

„38 Prozent der Kinder leben weniger finanziell abgesichert, wenn nicht beide Elternteile arbeiten.“

Brotzeitteller_R_K_B_by_Rüdiger(Roger) Uwe Eichler_pixelio.de
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Die Zahl Alleinerziehender hat in den letzten 15 Jahren in Deutschland um 50% zugenommen und steigt weiter. Ein Fünftel aller Familien sind Alleinerziehende. Die aktuellen Zahlen liegen bei ungefähr 1.657.000. Davon erziehen ca. 91% Mütter ihre Kinder alleine. Daher finden viele von ihnen auf dem Arbeitsmarkt keine Anstellung, die zur Kostendeckung ausreicht. Allzu oft bleibt ihnen dann nur der Ausweg, Hartz IV-Leistungen zu beantragen. In diesem Fall aber sinkt die Grundsicherung, weil die Kindergelder angerechnet werden.

Die Kindererziehung liegt zum größten Teil in den sorgsamen Händen der Mütter. Auch wenn sie nicht zu den Alleinerziehenden gehören, sondern aus freien Stücken zu Hause bleiben, weil der Partner genug verdient. In beiden Fällen nehmen sie wichtige gesellschaftliche Aufgaben wahr, um die Bürger von morgen für’s Leben fit zu machen. Staat und Gesellschaft erkennen ihre Leistungen leider kaum an. –

© Paul Bock

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