einsam

wenn meine dunkelzähe einsamkeit

sich verbündet mit stiller traurigkeit,

beide träge und bleischwer auf meiner seele liegen

und so jeden hoffnungsschimmer ganz einfach besiegen.

 

wenn mich dann noch kaltdüstere gefühle plagen

und wirre gedanken klare in die Flucht schlagen

– als hätten sich so zwei söldnerheere gegen mich verbündet

und mir ohne pardon heute den totalen krieg verkündet.

 

gefühle und gedanken prasseln so auf mich ein.

erlebe ich das wirklich oder trügt mich der schein?

ich möchte jetzt einfach vor ihnen entfliehen,

mich zusammenrollen und zurückziehen.

 

doch sie entführen mich auf eine weite reise.

wispern mir dabei zu – geisterhaft und ganz leise:

„ja, du bist wieder ganz allein. das ist kein schein.“

„ja, du bist wieder ganz allein. das ist kein schein.“

 

oft die worte wiederholen sich,

und sie schmerzen wie ein messerstich.

atemlos und gelähmt lasse ich es geschehen.

denke nun müde: es wird sicherlich vergehen.

 

langsam macht sich totenstille in mir breit.

sie lauscht hinein in die tiefe einsamkeit.

trauer tränt herab, befreit sich mühsam

aus dem dicken panzer, dem sie entkam.

 

das ewige salz des lebens

sucht meine hoffnung vergebens.

nein, es findet jetzt gar kein licht.

– tränenspuren ohne gewicht

 

jähe verzweiflung – bis du dann wieder bei mir bist,

mich sanft berührst, freundlich lächelst, leise zu mir sprichst,

mich so zurückholst ins jetzt und hier.

bleib‘ nun bitte für immer bei mir!

 

© Paul Bock

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